Eine starke Symptomatik des Stotterns kann durchaus bewirken, dass der Inhalt des Gesagten nicht verstanden wurde. Fragen Sie ruhig nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.   Versuchen Sie stotternden Menschen mitzuteilen, dass Sie Sich für den Inhalt des Gesprochenen interessieren und nicht  für die Art des Sprechens.  Stotternde haben meist große Probleme  beim Telefonieren. Wenn Sie eine  stotternde Person anrufen oder wenn Sie angerufen werden und zunächst nichts hören, warten Sie geduldig auf einen  Beginn des Sprechens. Gerade Begrüßungen oder das Aussprechen des eigenen Namens fallen stotternden Personen häufig sehr schwer.  Wenn Sie die stotternde Person etwas näher kennen,  können Sie ruhig unter vier Augen Ihre Probleme ansprechen. Stottern darf kein Tabu sein! Quelle: www.sprachheilpaedagogik.de Tipps für Lehrer Es ist nicht leicht, eine st otternde Person richtig zu  behandeln. Wir können hier daher nur Tipps geben,  die im Umgang helfen können. Falls die betreffende  Person alt genug ist und Int eresse zeigt, sich mit Ihnen  über das Stottern zu unterh alten, sollten Sie zusammen  einen geeigneten Weg finden. Bei jüngeren Kindern  sollten Sie auf jeden Fall mit den Eltern sprechen,  damit ggf. der Rat von Fach leuten eingeholt werden  kann. Folgende Punkte können Sie aber auf jeden Fall  beachten: •  Vermeiden Sie gut gemeinte Ratschläge  wie "Überlege, bevo r Du sprichst!",  "Atme vor dem Sprechen ein!",  "Entspanne Dich doch ein wenig!" oder  "Fang' doch noch mal in Ruhe von vorne  an!". Wenn diese Vorschläge wirklich  helfen würden, wäre Stottern nicht das  Problem, welches es heute ist.  Außerdem verstärken Sie dadurch nur  die Aufmerksamkeit der anderen  Zuhörer auf die Art und Weise des  stotternden Sprechens.   •  Vermeiden Sie plötzliche Aufrufe des  Schülers bzw. der Schülerin oder Spiele,  bei denen möglichst schnell eine  Antwort gegeben werden muss. Setzen  Sie Stotternde nicht unter Druck!   •  Versuchen Sie nicht zu helfen, indem  Sie Wörter "vorsagen" oder sogar ganze  Sätze einfach beenden. Damit helfen Sie den stotternden Personen vielleicht in  der jeweiligen Situation, aber langfristig  gesehen können Sie nicht immer bei  "schwierigen Wörtern" helfen.  Stotternde müssen selbständig bleiben.  Tipps für Eltern  Stottert Ihr Kind wirklich? Viele Kinder haben eine Phase de s unflüssigen Sprechens in ihrer  Sprachentwicklung. Dies ist ein vorübergehender Zustand und ganz  normaler Bestandteil der Entwic klung des Kindes, da sich die  Fähigkeit zum flüssigen Sprechen erst allmählich entwickelt.  Es ist vollkommen normal, wenn  Kinder etwa 5% ihrer Wörter  unflüssig sprechen. Anders ausgedrückt: Wenn Kindern etwa 50  von 1000 Wörtern nicht flüssig sprechen, besteht kein Anlass zur  Beunruhigung. Bei Aufregung,  Stress oder während der  Verwendung von sehr langen Sätzen ist auch eine höhere Anzahl  von unflüssig gesprochenen Wörter n als normal anzusehen. Meist  bestehen diese normalen Unflüssigkeiten aus ein- oder zweimaligen  Wiederholungen von Einschüben wie "äh", einzelnen Wörtern oder  Satzteilen wie "Ich ich  ich muss dir was sagen...!“  Was ist Stottern?  Stottern ist eine Redeflussstörung, die folgendermaßen  gekennzeichnet sein kann:   Teil-Wort Wiederholungen  (Po-po-po-polizei) Verlängerungen (Pooooooooolizei) Blockierungen (P-------olizei) Stottern ist häufig von zusätzlichen auffälligen Körperbewegungen  begleitet (Gesicht, Hände, etc.) und es tritt in verschiedenen  Situationen vollkommen unterschiedlich auf. Was ist Stottern nicht?  Stottern ist kein Anzeichen von Schwäche!   Stottern ist keine ansteckende Krankheit!   Stottern ist keine schlechte Angewohnheit!   Stottern ist kein Zeichen minderer Intelligenz! Information und Beratung: Frank Herziger Mittelöschstraße 42 88213 Ravensburg www.stotterinfo.de post@stotterinfo.de