Stottern ist eine situationsabhängige Kommunikationsstörung.
Ein Stotterer stottert also nicht immer, sondern meist gerade dann,
wenn es eigentlich darauf ankommt, möglichst flüssig und unauffällig
zu sprechen.
Daraus ergibt sich auch ein Problem für viele Jugendliche, denn wenn
sie in der Schule flüssig mit ihrem Banknachbarn reden und auch in
der Pause keine Sprechhemmungen zeigen, im Unterricht jedoch
dann plötzlich kein Wort herausbringen oder sich nur mit Mühe äußern
können, stößt dies bei vielen Lehrern auf Unverständnis.
Stotterer sind nicht immer auch Stotternde
Es gibt viele Stotterer, bei denen man nicht bemerkt, dass sie situativ
Sprechprobleme haben. Sie weichen Sprechsituationen aus,
fomulieren Sätze so um, dass sie ihre "Angstwörter" vermeiden und
haben viele Tricks auf Lager, um notfalls vom Sprechen abzulenken.
Dabei sind sie unter Dauerstress, da sie in der ständigen Angst leben,
dass ihre Tricks versagen könnten und sie als Stotterer erkannt
werden.
Diese Form des Stotterns ist oft wesentlich belasternder als eine offen
gezeigte starke Stottersymptomatik. Hier ist die Angst vor dem Stottern das
Hauptsymptom des Stotterers.