Was ist Stottern? Stottern wird in letzter Zeit von verschiedenen Richtungen her wissenschaftlich erforscht. So vielfältig wie die Forschungsansätze sind auch die vorläufigen Resultate. Sie ergeben aber bisher kein einheitliches oder zufriedenstellendes Bild und es mangelt offensichtlich an einer koordinierenden Gesamtschau der Ergebnisse. Deren Interpretation ist meist von der spezifischen Perspektive des Untersuchenden geprägt - häufig eines selbst Stotternden, der seine persönliche Form des Stotterns und seine Erfahrungen zur Grundlage der Interpretation macht. Stotterer sind nicht klüger oder dümmer als andere Menschen. Stotterer können witzig oder langweilig sein wie andere Menschen. Stotterer ziehen sich oft in die Isolation zurück oder "überspielen" ihr Problem. Stotterer werden oft karikiert und im Theater als "Lachnummer" missbraucht. Stotterer leiden häufig unter ihrem Stottern und der Reaktion der Umwelt. Stotterer werden oft mit unhaltbaren Heilungsversprechungen "abgezockt". Stotterer brauchen kompetente Hilfe. Stotternde oder Stotterer? Stotternde sind nicht immer Stotterer und Stotterer müssen nicht immer Stotternde sein. Wenn ein Kind anfängt, unflüssig zu sprechen, Wörter und Silben zu wiederholen und sich zu "verhaspeln", dann wird oft von Stottern gesprochen. Die auftretenden Unflüssigkeiten entsprechen auch einem Teil der Stottersymptomatik. Der Begriff Stottern ist aber eine gefährliche Festschreibung, die ein bestimmtes Bild auslöst, das dieser entwicklungsbedingten Sprechunflüssigkeit und Sprechunsicherheit nicht gerecht wird. Erst wenn diese Auffälligkeiten über einen längeren Zeitraum anhalten oder sich in eine bestimmte Richtung verändern (Aufbau von Spannung, Druck, Sprechängste, Vermeidungen...), kann von Stottern gesprochen werden. Diese Symptome kennen aber die meisten Menschen in bestimmten Situationen. Deshalb sind sie jedoch noch keine Stotterer, sondern nur situativ Stotternde. Stotterer haben ein ausgeprägtes Störungsbewusstsein. Oft sprechen sie flüssig und leben doch in der ständigen Angst, ins Stottern zu geraten. Sie wenden alle möglichen Tricks und Techniken an, um nicht zu stottern - von bestimmten "Sprechhilfen" bis hin zum Vermeiden von Wörtern oder Sprechsituationen. Häufig kreist ihr Denken immer wieder um das Thema Stottern und dies beeinflusst wesentliche Lebensentscheidungen. Manche machen das Stottern zum Kernpunkt ihrer Freizeitgestaltung oder bauen ihr Berufsleben darum herum auf.     Frank Herziger  - Zertifizierter Stottertherapeut IVS Stell dir vor, du bist STOTTERER und keiner merkt es.  Letztes Stottertherapie- Sommercamp Sommer 2010 Mehr Infos hier! Jetzt anmelden!!!